Land und Leute
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Bevölkerung
Die Stadt- und Landbevölkerung unterscheidet sich in ihrer Lebensweise deutlich. In der Stadt bevorzugen
die Mongolen Apartments, die von den Russen erbaut wurden. Hier gibt es Strom, Zentralheizung und fließendes
Wasser. Heute gehören zum neueren Stadtbild von Ulaan Baatar auch Häuser im europäischen Stil. In der
Regel haben die meisten Mongolen in der Stadt eine Beschäftigung wie Arzt, Lehrer oder auch Sattler. Manche
verkaufen auch nur auf dem Markt, was sie selbst herstellen. Die meisten Jugendlichen gehen auf die Universität
und lernen in ihrer Freizeit zusätzlich noch eine Fremdsprache wie Englisch oder Deutsch. In der Stadt ist es
möglich auf dem Markt sehr viel Importware zu kaufen. Es gibt Gummibärchen aus Deutschland, Eier aus China
und Edelstahltöpfe aus Russland. Außerhalb von Ulaan Baatar ist es möglich Grundnahrungsmittel zu kaufen.
Aber auch in kleineren Städten gibt es in der Regel Strom und eine Post zum telefonieren. Allerdings leben dort
mehr Mongolen in ihren Gers (mongolisches Hauszelt).
Hier wird gerade eine Ger aufgebaut. Das Gerüst besteht aus Holz. In der Mitte stehen zwei Stützen, die einen
kegelförmigen Ring ( toono ) tragen. In diesen werden die Dachstangen eingesetzt. Die Wand einer Ger besteht aus miteinander
verbundenen Scherengittern. Wenn das Holzgerüst steht werden 1-3 Filzlagen, die ca. 3 cm dick sind, aufgelegt. Danach
wird eine weitere Außenhaut zum Schutz darüber gelegt. An die Innenseite der Wände wird ein Stofftuch
gespannt um das Gitter zu verdecken. Zwischen den zwei Stützen steht der Ofen, damit das Ofenrohr durch den Ring
gesteckt werden kann. Zu guter Letzt kommen in die restlichen Öffnungen des Ringes Fensterscheiben. Auf dem Land
leben die Mongolen nur in solchen Gers, da sie mit der Herde oft umziehen müssen. Eine Ger ist in 3 Stunden abgebaut
und in 5 Stunden aufgebaut. Auf dem Land gibt es keinen Strom und die nächste Stadt kann bis zu 400 km entfernt sein.
Der nächste Nachbar wohnt günstigstenfalls 1 km entfernt. Es dauert also sehr lange, bis eine Nachricht in
mündlicher Form oder als Brief den Empfänger erreicht. Auch ist die Zucht von Schafen, Pferden oder Kamelen eine
zum Teil schwierige Aufgabe, da sich die Tiere täglich in einem Umkreis von 20 km bewegen. Der Hirte hat bei jedem
Wetter bei der Herde zu sein und manchmal muss er tagelang reiten um eine verlorengegangene Stute wiederzufinden. So
fällt in der Regel der Frau der Haushalt, die Kindererziehung und das Melken der Tiere zu. Das Wasserholen an der
einige hundert Meter entfernten Quelle ist Aufgabe der Kinder. Die Kinder werden auch zum Kuhmistsammeln geschickt, der
dann getrocknet als Brennmaterial verwendet wird.
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